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Kapitel 7: Lied von Eis und Blut
#1
   

"Auch der dickste Eiszapfen hat auf Dauer keine Chance gegen die Sonne."
- Canto (legendärer Druide und Ahne der Kelten im 6. Jahrhundert n. Chr.)

Die weitere Reise von Jizai durch die karge Eiswüste verläuft ruhiger und zum Glück kommt es zu keinem weiteren Sturm. Einen solchen hätte er wohl ohne die Hilfe von Shi'rûk nicht voraussehen können. Das Nagato gibt derzeit ebenfalls Ruhe, vielleicht dadurch bedingt, dass es in den letzten Tag genug Blut gekostet hat. Allerdings fehlt dem Schmied ohne die Goldechse der soziale Aspekt, um mal wieder ein kleines Spielchen zu spielen, was sein Urteilsvermögen etwas trübt (-1 IN). Doch Jizai leidet nicht nur geistig, sondern auch körperlich. Während seine Brandblasen gut verheilen, bricht die schlecht behandelte Platzwunde an seinem Kopf wieder auf. Der Samurai muss hier aufpassen, dass die Wunde nicht überraschend anfängt zu eitern, denn diese Gefahr besteht durchaus. In einer kurzen Pause verputzt er seinen Echsen-Snack, wobei ihm auffällt, dass der Trinkbeutel nach der Mahlzeit nun ebenso geleert ist wie seine Vorräte.

Die grüne Sonne schlägt sich beim nahenden Untergang malerisch auf den weißen Schnee nieder. Noch immer hat er weit und breit keine Echse oder ein Dorf erblickt. Dann wie durch ein Wunder erreicht er wenig später zwischen ein paar hohen Felsen eine Art bewaldetes Tal, das zum Meer führt. Nach Shi'rûks Erzählungen müsste sich hier der Stamm der Silfr befinden. Es dauert auch nicht lange, dann wird er auf halbem Weg zum Wald von silbernen Echsen abgefangen. Natürlich sind die Nathi bewaffnet und verwirrt aufgrund von der Erscheinung des Helromiers. Als sie jedoch Shi'rûk entdecken, der nicht kränklicher aussehen könnte, schalten die Echsen schnell. Sie realisieren, dass es sich hier unmöglich um einen Feind handeln kann. Ein paar von ihnen scheinen die Goldechse gar persönlich zu kennen. Nichtsdestotrotz trauen sie sich fast nicht an ihn heran, was wohl an Jizai liegen dürfte.
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#2
Die beschwerliche Reise setzt dem Japaner deutlich zu. Nicht nur hat er mit körperlicher Erschöpfung zu kämpfen, sondern auch mit dem starken Drang nach einem Spielchen. Zum Glück gibt wenigstens das Nagato vorerst Ruhe. Nicht verwunderlich, nachdem Jizai die Klinge seit Tagen mit Blut tränkt. Die Platzwunde am Kopf des Japaners meldet sich wieder, doch da er weder über genug medizinisches Wissen verfügt, um diese zu nähen, noch etwas bei sich trägt, dass die Wunde reinigen könnte, muss er die Wunde hinnehmen, bis er beim Dorf ankommt. Der Japaner ist eben ein zäher Hund! Langsam kommt er jedoch in Bedrängnis, denn auch seine Vorräte neigen sich dem Ende zu und sind nach der folgenden Rast völlig aufgebraucht. Er begutachtet erneut den Zustand seines Freundes und versucht diesen mit Schnee etwas abzukühlen. Kurz schickt er ein paar Stoßgebete zum Gott der Helromier und hofft zum ersten mal in seinem Leben auf göttlichen Beistand. Dabei erinnert er sich an ein Zitat, dass er einst in einem Buch gelesen hatte: "Auch der dickste Eiszapfen hat auf Dauer keine Chance gegen die Sonne.", kurz muss der Japaner lächeln, da er sich hierbei völlig mit dem Eiszapfen assoziieren kann. Anscheinend werden seine Gebete jedoch erhöhrt, denn der Schmied kommt bei einem kleinen Waldstück an, das er aus Shi'rûk Erzählungen kennt. Er atmet auf. Mit neuem Mut kämpft sich Jizai zum Eingang des Waldes, immer noch den schweren Ballast von Shi'rûks Körper tragen. Seine Knochen ermüden weiter und weiter, bis er endlich auf silberne Echsen stößt. Trotz der bewaffneten Echsen hebt Jizai beschwichtigend die Hände und zeigt wild gestikulierend auf seinen Freund, um ihnen verständlich zu machen, dass dieser Hilfe braucht. Als sie sich nicht bewegen beginnt er vergeblich diesen in seiner Sprache mitzuteilen, dass Shi'rûk in Lebensgefahr schwebt! Er zieht die Scheide seines Katanas aus dem Obi, der um seinen Bauch gewickelt ist und geht in den Seiza über. Das Schwert mit der Klinge zu sich selbst, entfernt von seiner rechten Schwerthand ablegend, signalisiert er, dass er nicht auf einen Kampf aus ist und die Echsen freies Geleit zu seinem Freund haben. "Bitte rettet meinen Gefährten! Ich stehe mit meinem Leben in seiner Schuld und will diesen Gefallen nun erwidern!", sagt er feierlich. Zwar soll die Seiza-Haltung seine Kooperationsbereitschaft bekunden, doch ist sie auch ein Ausdruck der Erschöpfung des Japaners. Er hat sicher einige Kilometer mit Shi'rûk im Schlepptau zurückgelegt und die Müdigkeit und Erschöpfung treffen seinen Körper wie ein Schlag.
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#3
Untereinander tuscheln die Echsen, scheinbar unschlüssig was zu tun sei. Augenfällig tut Jizai jedoch genau das Richtige, denn die Krieger verstehen seine Geste mit der Waffe am Boden sofort. Auch das Nathi-Wort für "Hilfe", das ihm Shi'rûk unter anderem beigebracht hat, können sie zuordnen. Nichtsdestotrotz nähern sich sie nur langsam der kranken Goldechse. Sie bleiben weiterhin misstrauisch, doch wirken weder feindselig noch angriffslustig. Eine der Silberechsen blickt mit großen Augen auf den Talisman des Japaners, bevor er den Abtransport von Shi'rûk weiter vorantreibt. Im Gegensatz zu ihrem Artgenossen fühlt sich offenkundig keiner der Nathi dazu berufen, dem Samurai zu helfen. So trottet dieser dem Tross auf einem schmalen Pfad hinterher, welcher durch das mit Schnee bedeckte kleine Waldstück führt.

Als Jizai mit den anderen aus dem Wald herauskommt, bietet sich ihm ein geschäftiger Anblick. Das Dorf der Silfr liegt direkt am Meer und wird auf beiden Seiten vom Wasser gesäumt. Auch gibt es deshalb zwei Häfen, von denen eifrig Waren hin und her transportiert werden. Der Helromier kann es nur vermuten, aber es deutet alles darauf hin, dass es sich bei diesem Ort um einen Warenumschlagplatz handeln muss. Während sich der erschöpfte Schmied umsieht, strömen die Kinder des Dorfes aus den kuppelförmigen Schneehäusern der Silfr und staunen nicht schlecht, als sie den roten Samurai sehen, der für sie natürlich ein Blickfang ist. Anders als Raxus kennen die hier lebenden Shed offenbar keine Menschen.
Eine der Silberechsen ist vorhin beim Marsch durch den Wald schon vorgelaufen, um alles für Shi'rûks Ankunft vorzubereiten. So kommt der Gruppe sofort eine hektische Echsenschamanin entgegen, um die vergiftete Goldechse in Empfang zu nehmen, welche ihr ebenfalls bekannt zu sein scheint. Zwar spricht Jizai nur sehr bruchstückhaftes Nathi, doch als dieser den Namen der Monster erwähnt, von denen sie attackiert wurden, ist für die Schamanin der Fall klar. Mit Jizais Erlaubnis würde sie einen der Stachel sowie eine der Kronen aus dessen Netz an sich nehmen. Aus ihren Worten kann er schließen, dass sie daraus Medikamente herstellen möcht, um seinen treuen Gefährten zu heilen!
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#4
Der Japaner ist froh, dass die Echsen sich endlich in Bewegung setzen. Seine Geste scheint verstanden zu werden! Der Schmied nimmt sich vor, Shi'rûk für seinen Sprachunterricht zu danken, wenn er wieder aufwacht. Natürlich entgeht Jizai der Blick der Echse, auf seinen Talisman nicht. Das die Echsen ihm nicht helfen tangiert den Krieger wenig. Ihm ist nur wichtig, dass Shi'rûk so gut wie möglich versorgt wird. Er hofft jedoch, dass jemand wenigstens die Zeit und Muße findet seine Kopfwunde zu versorgen. So trottet Jizai mit pochenden Schläfen hinter den Echsen her. Diese Reise hat dem Japaner wirklich alles abverlangt. Er freut sich nurnoch auf eine ordentliche Portion schlaf. Dabei soll ihm auch der Fluch des Nagato recht sein! Hauptsache die müden Knochen ausruhen.

Die Aussicht, die sich dem Helromier bietet lässt ihn lächeln. Schon lange hatte er nicht mehr eine so geschäftige Handelsstadt gesehen. Dies erinnert ihn ein wenig an Albion, doch diesen Gedanken verdrängt er sogleich. Für ihn ist Albion nicht mehr von belang, dies war der Ort...nein die Welt die er jetzt sein Zuhause nannte. Dann wird Jizai auch schon von den staunenden Kindern überrascht. Er verzieht das Gesicht zu einem Lächeln...wohlwissend, dass er nicht gerade Charismatisch auf Kinder wirkt. Nun tritt auch die Schamanin auf den Plan und mit der Hilfe einiger Gesten und dem dahin gestotterten Namen der Monster kann sie tatsächlich etwas anfangen. Sofort lässt er die Frau gewähren und die erforderlichen Gegenstände aus dem Netz nehmen. Er zeigt außerdem kurz auf die Platzwunde an seinem Kopf und spricht wieder das Wort für "Hilfe" aus. Er hofft sie, würde ihm wenigstens eine Salbe geben, damit er die Wunde notdürftig vor einer Entzündung bewahren kann.

Er würde jedoch auf jeden Fall in der Nähe der Echse bleiben und weigert sich von deren Seite zu weichen. Er stammelt das Wort für "Freund" in der Sprache der Nathi, doch verwechselt es unwissentlich mit dem Wort "Bruder", da beide sehr ähnlich klingen. Natürlich drückt dieses Wort besser seine Gefühle für die Goldechse aus. Er folgt der Schamanin und seinem bewusstlosen Freund.
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#5
Von der Größe einer Stadt ist das Dorf zwar nicht gerade, aber Jizai kann sich gut vorstellen, dass hier etwas mehr Leute leben als in Shi'rûks Heimat. Als er den Kindern ein Lächeln zuwirft, werden diese eingeschüchtert und kriegen Angst. Das Befremdliche am Helromier plus seine fehlende Ausstrahlung tragen entsprechend dazu bei.
Die Schamanin scheint etwas hilfsbereiter zu sein im Gegensatz zu den Jägern, welche die beiden aufgeklaubt haben, besonders beim Nathi-Wort für "Bruder" horcht sie auf. Sie erkennt sofort, was dem Samurai fehlt und deutet an, dass dieser ihr ebenfalls folgen soll. Ihr langer Pelzmantel weht über den mit Schnee gesäumten Boden. Erst jetzt fällt Jizai die Kopfbedeckung auf, den die Echsin trägt: eine zu Schmuck verarbeitete Krone eines Eldkraun. Er kann nur mutmaßen, wie wertvoll die Überreste dieses Monsters hier sein müssen. Ein paar der Jäger hieven den bewusstlosen Shi'rûk auf eine Trage aus dichtem Geäst und begeben sich auf den gleichen Weg hin zu einer größeren Variante eines kuppelförmigen Schneehauses. Drinnen angekommen bietet sich Jizai ein einziger großer Raum, der nicht durch Zimmer geteilt ist. Möbel wie verzwirbelte Regale oder niedrige Tische bestehen aus dunklem Holz, das von den Bäumen des Waldes kommen könnte. Allerdings lassen sich weder Stühle noch ein Bett finden, dafür eine Art Schlafstelle und einige Körbe, welche in Formationen aufgestellt sind. Die sorgfältig sortierten Behälter sind z.B. mit Kräutern, Tierüberresten oder Fläschchen gefüllt. Doch zunächst kümmert sich die Schamanin um den Gull.
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#6
Jizai wirkt etwas geknickt, als die Kinder so offenkundig ihre Angst zeigen. Leider wird der Krieger oft menschlich missverstanden. Ihn erfreit jedoch, dass wenigstens die Schamanin zu verstehen scheint, wie viel dem Japaner sein Freund Shi'rûk bedeutet. Er folgt der Echsen-Dame wie geheißen, dabei fällt ihm natürlich die Kopfbedeckung der Dame auf. Später würde er natürlich versuchen die erbeuteten Eldkraun-Teile an den Mann zu bringen. Hoffentlich mit der Hilfe der Goldechse. Das Schneehaus verwundert Jizai, errinert es ihn doch entfernt an die Behausungen der Iskai aus Albion. Kurz fragt er sich ob es eventuell eine wirklich entfernte Verwandtschaft zwischen den beiden Rassen geben könnte. "Danke...", murmelt der Japaner in gestammelter Echsensprache. Er hält es für besser nicht mehr zu sagen, denn er will die helfende Echsen-Schamanin nicht auch mit seinem schlechten Charisma kränken. Als sie fertig ist, beobachte Jizai sie weiter und nickt ihr nochmal dankend zu. Wie aus Reflex fragt er leise: "Können sie ihn retten?", er hält zwar nichts von Magie, jetzt würde er jedoch alles geben, um seinem Freund mit der verhassten Magie zu retten. Kurz sendet der Japaner ein stoßgebet an den Gott der Helromier. Kurz muss er schmunzeln, bemerkt er doch wie sehr er seinen Freund ins Herz geschlossen hat.
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#7
Jizai hat von solchen Dingen wie Ethnologie geschweige denn Biologie keinen Schimmer, allerdings ist es offensichtlich, dass es zwischen Iskai und Shed weder rassische noch kulturelle Verbindung geben kann.
Während Shi'rûk auf einer Schlafmatte aus Leder gebettet liegt, mixt die Schamanin bereits etwas zusammen und hat nebenbei den Kochtopf angeschmissen. Auf Jizais Frage in gebrochenem Nathi nickt sie leicht zögerlich. Gut, dass der Meisterschmied mittlerweile eine sitzende Position eingenommen hat, so ist ihm weniger schwindelig.
Nach der Behandlung der Goldechse, welche einige Stunden in Anspruch genommen hat, findet die Schamanin, deren Name offenbar Ana'yia lautet, endlich Zeit für Jizais Wunde. Die Echsin trägt eine braune Tinktur auf die Kopfverletzung auf. Daraufhin wird der Samurai langsam immer müder, wobei der Schwindel ironischerweise gleichzeitig verschwindet. Er fühlt sich gerade noch wach genug, um etwas Nahrung zu sich zu nehmen, damit er nicht weiter an Kraft verliert.
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#8
Natürlich ist ihm klar, dass es keine Verwandtschaft geben kann, aber dieser Gedanke hat den Japaner einfach überkommen. Sich im Seiza befindend muss er kurz die Augen schließen umd seinen schwindeligen Kopf ein wenig Ruhe zu gönnen. Als er die Augen öffnet nickt ihm die Echse auch schon zu und er ist erleichtert. Er hofft inständig, dass sich die Frau nicht irrt und Shi'rûk wirklich gerettet werden kann. Jetzt wo er zur Ruhe kommt, spürt er den harten Marsch tief in seinen Knochen sitzen. Stunden lang wacht Jizai dennoch in dem Zelt über seinen Freund und seine Ärztin. Einerseits tut es Jizai gut in völliger Bewegungslosigkeit zu sitzen. Er fürchtet außerdem, dass er sich nach dem Aufstehen übergeben könnte. letztendlich kümmert sich die Schamanin wie "Versprochen" um seine Verletzung. Schnell lässt der Schwindel nach, doch eine unglaubliche Müdigkeit überkommt den Japaner nun. Schnell entschließt er sich nach essbarem zu suchen und spricht wieder im gebrochenem Nathi die Schamanin an. Leider fällt ihm das Wort für "Geld" nicht ein. Er erinnert sich aber an die Blakk und spricht das Wort sogleich aus um zu symbolisieren, dass er bezahlen kann, sollte sie es verlangen. Wenn er etwas gegessen hat, würde der Japaner sich an der Zeltwand neben Shi'rûk niederlassen und versuchen ins Reich der Träume zu finden. Dabei flüstert er in Gedanken immer wieder den Namen des Nagato, um hoffentlich erneut ein Gespräch mit dem Schmied in seinem Geiste führen zu können.

Weiter bei Nagato Gaiden...
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