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Tales of Jacopo: Ein Hauch von Zivilisation
#21
"Lehn dich zurück, den Mittelsmann sende ich dir morgen. Du wirst ja ohnehin die Nacht in Fort Davis verbringen müssen. Ich veranlasse alles, damit dir keine Kosten entstehen werden", erklärt Nino und steht schon mal auf, als Jacopo ihn noch warnt. Er legt eine Hand auf die Schulter seines italienischen Genossen: "Mach dir keine Sorgen, amico mio! Auch ich habe in den letzten Jahren dazugelernt und war keinesfalls untätig. Ich hatte in diesem Bezug schließlich den besten Lehrer im bekannten Ödland." Mit deutlich aufgehellter Miene schenkt er seinem Mentor im gleichen Atemzug ein spitzbübisches Zwinkern. Das gleiche nostalgische Zwinkern, welches der Protegé stets nach dem Erfüllen seiner Verpflichtungen an den Tag gelegt hat. Scheint für ihn der Erfolg des Plans aufgrund Jacopos Charisma deshalb etwa bereits besiegelt? Dann ist Nino im Begriff zu gehen, sofern der wahlrossbärtige Händler dem nichts mehr hinzuzufügen hat.
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#22
Auch Jacopo setzt diesen alt bekannten Blick auf. Er fühlt sich geehrt, dass sein ehemaliger Protegé sich so entwickelt hat. Er hofft nur dass Nino nicht zu selbstübersetzt handelt. Hierbei muss er seinem alten Freund dennoch vertrauen! "Ich danke dir und nehme die Einladung Freudig an.", sagt er schließlich freudig und lässt Nino von dannen ziehen. Jacopo bleibt noch einige Zeit sitzen und macht der Bedienung noch ein paar schöne Augen. Natürlich spiegelt sich das auch im Trinkgeld von ein paar Korken wieder. Anschließend steht er nach dem Essen und trinken auf und macht sich auf zum Fort Davis um dort zu nächtigen. Dabei sucht er bereits unterschwellig nach Hinweisen zum Schwarzmarkt und anderen auffälligkeiten in der Stadt. Vorallem die Geschäfte erwecken sein Interesse. Auf seinen Gehstock gestützt unterhält er sich hier und da mit ein paar Händlern und gibt den gut betuchten Edelmann. So kann er hoffentlich einiges über die derzeitige Preislage und Währungswerte erfahren.
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#23
Jacopo hat von Nino vorher noch die Adresse zur besagten Unterkunft gesteckt bekommen - eine typische Ödlandabsteige in der Nähe der Bar.
Allzu viele Kronkorken braucht der beliebte Italiener bei der Bedienung dann auch gar nicht. Schon bald bietet sie von sich aus an, ihn nach Arbeitsschluss bei seinem Schlafplatz besuchen zu kommen. Nachdem schon seit der Tankstelle aufgrund von Sara seine Pfeife schwillt, wird ihm das Frischfleisch gerade recht vor die Flinte laufen. 

Es versteht sich von selbst, dass nicht jeder dahergelaufene Ödlander die Garnison betreten darf, vor allen Dingen nicht nachts. Die Ranger machen für Jacopo hierbei keine Ausnahme, da die Sicherheitsvorschriften streng sind. Sicher könnte er die Wachen jedoch für eine hohe Summe bestechen.
Außerhalb des Forts gibt es im Augenblick nur ein paar versprengte Schrotthändler, welche vermutlich nicht viel Spektakuläres in ihrem Sortiment haben. Aber selbst die meisten von diesen sind um solch eine Uhrzeit nicht mehr tätig. So findet er leider zunächst nichts Stichhaltiges heraus. Weitere Informationen müsste er ggf. am nächsten Tag einholen.
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#24
Jacopo steckt die Adresse dankend ein und verbringt noch eine kurze Zeit in der Bar. Er ist erfreut festzustellen, dass die hübsche Bardame auf seinen Charm anspielt! Er läd sie nur zu gerne für später in sein Hotelzimmer ein. Nach der Entäuschung vom Vorabend ist es genau das was der Italiener jetzt braucht. Auf seinem Streifzug kann Jacopo leider keine Informationen erhalten und er hält es auch nicht für richtig jetzt die Wachen zu bestechen. Schließlich ist er auf einen kleinen Notgroschen angewiesen. Er erwatet außerdem nicht, dass sein derzeitiges Hab und Gut überhaupt für eine Bestechung ausreichen würde. Er informiert sich noch über Waschmöglichkeiten in der Stadt und Umgebung um seinen Anzug wenn möglich reinigen zu lassen. Anschließend meldet er sich beim Hotel und erfragt den Preis um diesen anschließend knallhart nach alter Händlermanier zu verhandeln. Endlich auf seinem Zimmer angekommen wartet er freudig auf seinen Gast. Dieses Treffen würde er nutzen, um an das Wissen der Bardame herran zu kommen und tieferes Wissen von jemanden zu erhalten der jeden Tag mit den Menschen der Stadt in Kontakt steht. Natürlich würde er der Bardame zuerst etwas...entgegen kommen.
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#25
Als Jacopo in der spartanischen Absteige eincheckt, wird ihm mitgeteilt, dass er schon erwartet wird. Somit erübrigen sich etwaige Preisverhandlungen. An der Rezeption - wenn man denn den morschen Schreibtisch im Eingangsbereich so nennen darf - erfährt er von der Inhaberin zudem, dass es in der Garnison eine Wäscherei gibt. Dort werden auch die Uniformen der Texas Ranger gereinigt. Er solle vielleicht mal da nachfragen.

Nachdem Jacopo sein Zimmer bezogen und eine ruhige Auszeit zu verzeichnen hat, dauert es nicht lange, bis es an seiner Tür klopft. Die rothaarige Bardame hat die Absteige natürlich schnell gefunden, genau wie den Händler, der natürlich inmitten dieses Ortes auffällt. Jetzt aus der Nähe würde er die Kellnerin auf Ende Zwanzig schätzen, was aber auch dem Whiskey geschuldet sein kann, der nach wie vor in seinem Blut zirkuliert. Die deutlich gebrauchte Vorkriegsmatratze würde nun in jedem Fall gleich eingeweiht werden.
Aufgrund seiner Erfahrung fackelt er nicht lange und die Rothaarige befindet sich alsbald bereitwillig in der Horizontalen. Jetzt, nach zahlreichen Tagen der Entbehrungen, kann sich der feurige Italiener endlich mal wieder austoben. Dass seine Pfeife ordentlich am rauchen ist, dürfte wohl auch der Inhaberin samt den anderen Gästen nicht entgehen, denn die Bardame versucht gar nicht erst, ihre ausgelebte Lust zu verstecken. So knarzt und poltert das Bett ganz schön, während sich der walrossbärtige Mann von postapokalyptischer Welt zügellos vergnügt.
Nach dem lautstarken Akt liegt der Italiener erschöpft, aber entspannt mit Zigarre im Mund neben der rothaarigen Dame. Sicher hat er früher über mehr Ausdauer verfügt, aber für die Kellnerin sollte es gereicht haben. Mit dem Alter muss man sich eben umso mehr auf die eigentliche Beschwanzungstechnik besinnen, damit man noch mit dem Frischfleisch mithalten kann.

Nach einem kräftigen Zug an der Zigarre, welche die Frau mit einem leichten Husten quittiert, beginnt sie, Jacopos Fragen so gut sie kann zu beantworten. Er erfährt, dass es hier gar keinen Schwarzmarkt gibt, denn außerhalb der eigentlichen Garnison wird ohnehin nicht kontrolliert, weil die Siedlung hier keine TC-Stadt ist, höchstens auf direktem Befehl, wenn sich Ödlandgesockse wie Raider oder andere Gangs heimlich breitmachen will. Das gibt allein schon die Mannstärke der Ranger in Fort Davis gar nicht her, so viel Präsenz zu zeigen. Kommandiert werden jene von Chief Captain José María Gonzales, auch Chema Gonzales genannt.
Der Bürgermeister vor Ort heißt Martin Ledgerwood. Derzeit sieht man ihn aber eher selten in ihrer Bar. Vielleicht aus Angst, gelyncht zu werden. Er hat im Stadtrat nicht mehr den großen Rückhalt, geschweige denn unter den Siedlern so viele Befürworter wie früher. Trotzdem sieht es so aus, als würden sich viele wünschen, dass man Fort Davis so schnell wie möglich zur TC-Stadt macht. Das liegt vor allem Dingen daran, dass die Gefahr der Raider aus dem Norden, insbesondere der Vipers, in den letzten Jahren bedrohlicher geworden ist. Die Leute haben Angst und wollen nicht das Schicksal vieler anderer Siedlungen teilen, die geplündert und dem Erdboden gleichgemacht wurden.
Da sie von Wirtschaft weniger versteht als vom Trompetenblasen, kann sie - zu Jacopos Leidwesen - leider weniger zur Handelsgesellschaft der Texaner sagen. Sie weiß nur, dass auch andere Caravans in Fort Davis aktiv sind, wie beispielsweise der berüchtigte Crimson Caravan aus Neukalifornien.

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Fort Davis, New Mexico. 15. Juni 2211. 11:55 Uhr.


Am nächsten Morgen wacht Jacopo später als sonst auf und die rothaarige Bardame mit Namen Claudia ist schon weg. Sie hat ihm allerdings eine Nachricht hinterlassen, er solle bei der "Sidewinder Bar" vorbeischauen, falls er irgendwann wieder in der Gegend sei. Danach macht sich der kräftige Italiener zurecht, wobei ihm erneut der deutliche Schmutz seines weißen Anzugs auffällt. Sofort fühlt er ein Ziehen in der Magengegend. Deshalb ist der erste Gang nach einem spärlichen Frühstück im Hotel, bestehend aus Trockenfleisch und einem Glas Wasser, sogleich der Gang zur Wäscherei.

Vor der Garnison angekommen, sieht der Händler, dass die Leute nun ein und aus gehen. Mit Sicherheit darf allerdings nicht jeder rein. Erst wollen ihn die beiden Wachen auch nicht reinlassen, da er dort eigentlich nichts verloren hat. Dann, wie es der Zufall so will, trifft er die Ranger wieder, welche ihn im wilden Ödland aufgelesen haben. Dass er sich mit diesen gutgestellt hat, erweist sich für ihn nun zum Vorteil. Mit deren Hilfe gelingt es ihm, die Wachen zu überreden. Außerdem bekommt Jacopo noch eine schriftliche Empfehlung für die Wäscherei, so würden ihm die Kosten dort zusätzliche erspart bleiben. Alles in allem ein guter Start in den neuen Tag.
In der Wäscherei sieht es dann schon weniger angenehm aus. Viel wert auf Hygiene scheint der Hausherr nicht zu legen. Auffallende Schimmelspuren benetzen sowohl die Decke als auch die Wände des aus Holz errichteten Hauses. Gewaschen wird natürlich auf alt hergebrachte Weise ohne Waschmaschine. Alles andere dürfte den Aufwand schlussendlich nicht rechtfertigen, bedenkt man die Anzahl der stationierten Ranger im Fort. Hinter ihm taucht ein ungewaschener, unrasierter Bursche Ende Dreißig mit lichten Haar auf und blafft ihn an: "Was willst'n du hier? Du guckst aber nich' aus wie'n Ranger!", stellt er geistesgegenwärtig fest.
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#26
Jacopo erwacht und lässt den gestrigen Tag noch einmal auf sich wirken. Er fühlt sich rundum befriedigt, das war genau was der Italiener gebraucht hatte! Zwar ist sein Körper nichtmehr der Jüngste, doch den Hüftschwung bei einem kleinen, intimen Tänzchen hat er immer noch drauf. Die Informationen von Claudia waren alles in allem nützlich, denn nun hatte er schon einmal zwei große Namen aufgeschnappt. Nach dem Frühstück und dem Treffen mit seinen Rettern, findet sich Jacopo auch schon in der Wäscherei wieder. Zum Abschied hat sich der massige Italiener noch einmal bei diesen Bedankt und zugesagt sie eventuell mal auf ein Gässchen in der "Sidewinder Bar" einzuladen. Zwar war es in der Wäscherei heruntergekommen...doch er würde sich sicher nur besser fühlen wenn seine Kleidung endlich einen Waschgang durchgemacht hatte. Schon wird der massige Mann von einem klassischen Hinterwäldler angeredet. Höflich, wie es sein Händlerkodex verlangt, begrüßt der walrossbärtige Mann den Mann mit lichtem Haar. "Guten Morgen der Herr, tatsächlich haben Sie richtig erkannt, dass ich kein Ranger bin. Ich habe jedoch eine Empfehlung für dieses Etablissement und würde gerne meine dreckige Kleidung waschen lassen.", mit einer vornehmen Bewegung zückt der Italiener, auf seinen Gehstock gelehnt, die Empfehlung heraus und zeigt sie dem Mann vor.
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#27
"Guten Morgen? Kannst du dir keine Uhr leisten!?", pflaumt ihn der Waschmann an, indem er Jacopo unhöflich ins Wort fällt. Dann geht er erst mal seiner Arbeit nach und hört dem Händler nebenbei zu. Nachdem dieser sein Anliegen vorgebracht hat, schenkt der Wäscher der Empfehlung lediglich flüchtig Beachtung, bevor er erwidert: "Gut, für DICH 100 Kronkorken!" Dem walrossbärtigen Geschäftsmann dürfte auffallen, dass die Wäscherei nun immer mehr von einem penetranten Lavendelgeruch erfüllt wird.
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#28
Jacopo bleibt gefasst und ruhig während ihn der unhöfliche Wachmann ins Wort fällt. Als der Italiener von den vermeindlichen Kosten erfährt, beginnt er kurz innerlich zu broden, ob dieser Ungerechtigkeit. Dennoch rückt Jacopo seine weiße Melone zurrecht und verbeugt sich kurz vor dem Herren. "Nun mir wurde mitgeteilt, dass die Wäsche mit einem solchen Schreiben kostenlos angeboten wird. Aber ich bin ja kein Unmensch, ein Herr wie Sie muss auch seinen Lebensunterhalt verdienen...", kurz denkt Jacopo nach, dann kommt ihm eine Idee. "Leider denke ich jedoch, dass meine Freunde bei den Rangern sicher nicht erfreut darüber sein werden, wenn der berühmte ehemalige Anführer der Sorrentino Cooperatione hier für die Reinigung seines Anzuges bezahlen muss...", er versucht den Mann davon zu "Überzeugen", dass es für ihn wohl schlecht ausgeht, wenn Jacopo nicht bekommt was er will. Der penetrante Geruch zieht inzwischen in die Nase von Jacopo, doch er beachtet ihn vorerst nicht weiter.
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#29
"Mich interessieren keine Schreiben, die ich nich' lesen kann", erwidert der Wäscher missmutig. Als Jacopo dann weiterspricht, scheint sich seine Miene zu entspannen und er wähnt sich schon als Sieger. Doch nachdem der Italiener die Ranger jetzt direkt ins Gespräch bringt, verflüchtigt sich dieser Eindruck recht schnell wieder. Der Mann versucht die Haltung zu bewahren. "Da könnt ja jeder daherkomm'. Welche Freunde sollten na das sein?" Dann zeichnet sich bereits ein leicht verstecktes Grinsen am Mundwinkel des Waschmanns ab.
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#30
Der Italiner seufst unzufrieden und wechselt seinen Verhandlungpunkt. "Nun, wir müssen ja nicht gleich die härtesten Maßnahmen ergreifen...anscheinend gibt es hier noch einen anderen Weg. Wie wäre es wenn ich dir das Lesen beibringe und ich dafür, die Kosten bei dir einspare? Wenn du das Schreiben dann lesen kannst wirst du verstehen! Außerdem kann dich die Fähigkeit zu lesen sicher weiter bringen als zum leiter einer solchen Wäscherrei.", sagt er schließlich kompromissbereit.
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#31
Obwohl der Wäscher so getan hat, als würde ihm Jacopos Drohung keine Angst machen, kann dieser den Hauch von Entspannung in dessen Miene erkennen. Er richtet seinen Waschkittel. "Warum sollt' ich hier weg wollen? In der Garnison is' es sicherer als draußen vor den Toren. Ich krieg' was zum Essen und zum Trinken, hab' einen Schlafplatz. Dafür muss ich nur die Uniformen der Texaner waschen, nix lesen", entgegnet der Mann demütig.
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#32
"Aber willst du nicht höher hinaus? Schließlich denke ich dass du mehr aus diesem Laden schlagen könntest, auch außerhalb deiner Pflichten für die Texaner!", Jacopo genießt inzwischen das Gespräch, denn in 2 Tagen hatte er nur Kampf und Blutvergiesen erlebt. Die Unterhaltungen lassen den Italiener wieder aufleben. "Würdest du das Schreiben annehmen, wenn einer der Ranger bestätigt, dass ich eine Empfehlung erhalten habe?", fragt Jacopo sachlich.
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