Tales of Jacopo: Ein Hauch von Zivilisation
#1
   

Ein klassisches Fort: quadratische Grundform mit Wachtürmen an den Ecken. Die gesamte Struktur besteht aus Holz, Blech und an einigen wenigen Stellen auch aus Stein. Insgesamt ist dieses Fort wohl keine uneinnehmbare Festung, allerdings ein solider Garnisonsstandort. Die schweren Maschinengewehre auf den Türmen und die Tatsache, dass Texas Rangers dort stationiert sind, macht Davis zu einer echten Abschreckung für jeden normalen Raidertrupp. Davis wurde als Grenzposten der TC eingerichtet. Die Siedlung nahe des Forts besteht hauptsächlich aus Flüchtlingen und Schutzsuchenden. Sie befindet sich irgendwo auf dem Weg zwischen einem Camp und einer vielleicht bald entstehenden Stadt. Im Zentrum des Ganzen gibt es bereits festere Häuser, während sich ringsum noch in wildem Durcheinander Wellblechhüten und Zelte drängen. Mit etwas Jagd und Landwirtschaft versorgt sich die Flüchtlingsgemeinde wenigstens zum Teil selbst, letztlich müssen allerdings noch immer Nahrungsmittel importiert werden. Die wenigen Anbauflächen, die man dem Ödland abringen kann, halten in keiner Weise mit der rapide wachsenden Einwohnerzahl Schritt. Viele der Bewohner arbeiten in der Garnison oder für die Garnison. Ihre wirtschaftliche Lage ist momentan zwar nicht die allerbeste, doch für die meisten ist es besser als alles zuvor, da hier wenigstens ein Hauch von Zivilisation in der Luft liegt. Das Fort selbst wird natürlich militärisch durch die Texas Ranger geführt. Die Siedlung hingegen verfügt über einen demokratisch gewählten Bürgermeister und einen Stadtrat.

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Fort Davis, New Mexico. 14. Juni 2211. 21:57 Uhr.


Drei Tage vorher...
Nachdem Jacopo einen ganzen Tag lang im Ödland umherirrte, weil er lediglich darüber spekulieren konnte, wo er eigentlich war, hatte er Glück, dass er einer Patrouille der Texas Ranger begegnete. Nach hin und her konnte er diese davon überzeugen, dass er Geschäftsmann sei und kein Sippling, den sie einfach mir nichts dir nichts versklaven könnten.
Danach waren die Rangers aber überraschend freundlich zu ihm. Sie gaben ihm sogar etwas zu essen und zu trinken. Anschließend waren sie damit einverstanden, dass sie der Italiener mit zu ihrem Stützpunkt begleitet. Damit wurde er gleichzeitig versorgt und würde demnächst wieder auf halbwegs zivilisiertem Boden Fuß fassen können.

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Am späten Abend trifft Jacopo schließlich in Fort Davis ein - ein Hauch von Zivilisation. Die Texas Ranger verabschieden sich schon beim Ortseingang von ihm, da sie ihrem Vorgesetzten noch Bericht erstatten müssen. Auf der kurzen Reise hierher hatte er sich ein wenig mit ihnen angefreundet und mehr über das Fort und die Bewohner darin und drumherum erfahren. Mit diesem Wissen ausgestattet kann es ihm also gelingen, sich hier zurechtzufinden.
Während sich der Italiener am Ortseingang genauer umsieht, kann er das Elend erkennen, das hier vorherrscht. Denn scheinbar leben die Leute im Außenring des Camps am Existenzminimum. Links und rechts Bettler, Flüchtlinge sowie Schutzsuchende... eine Leiche, die aus einem der Zelte herausragt. Im Prinzip gehört er selbst ebenfalls dazu, hat er doch erst kürzlich eine waghalsige Flucht hinter sich, welche er nur dank seines Glücks überlebt hat.
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#2
Einen Tag marrschiert Jacopo durch das Ödland...mit jedem Schritt verliert er mehr und mehr die Hoffnung auf Rettung. Doch dann erkennt er in der Ferne eine Patrouille! Sofort entbrennt das Feuer der Hoffnung in dem italienischen Händler! So schnell ihn seine Beine tragen kommt er ihnen entgegen und wird gleich von Waffenläufen begrüst. Er hebt die Hände und erklärt seine Situation. Glücklicherweise schenken ihm die Texas Ranger Glauben und nehmen ihn mit. Auf ihrer kurzen Reise kommt er mit vielen der Ranger ins Gespräch und sie erzählen ihm das Ziel ihrer Patrouille, die Befestigungsstadt Davis. Gleich lässt sich Jacopo über die Strukturen und die Begebenheiten der "Stadt" aufklären. Durch seine offene Art freundet er sich sogar mit einigen der Ranger an. Jedoch ist dies auch zu einem Teil berechnung,k denn so würde er im Falle eines Falles niemals auf taube Ohren stoßen.

Nach einem Tag kommen sie endlich in diesem Hauch von Zivilisation an. Doch angesichts der vielen Strapatzen durch die Jacopo in den letzten 48 Stunden gestolpert war, sieht dieser kleine Fleck für ihn wie ein Himmelreich in der Wüste aus. Er verbaschiedet sich sogleich von seinen Rettern und sieht sich genau um. Er schlendert ein wenig umher und bemerkt sowohl Leid und Armut als auch einen einigermaßen gefestigten Lebensstandart. Natürlich entgehen ihm die Einflüsse der TC nicht! In seinem Kopf rattert es....hier könnte er eventuell wieder damit beginnen seine Sorrentino Cooperazione ins Leben zu rufen! Er hatte von den Rangers erfahren wo man hier als Händler arbeit finden könnte und macht sich gleich auf den Weg um sich vorzustellen und seine Arbeitskraft anzubieten.
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#3
Möglich ist alles bei einer neuen Stadt, die vielleicht gerade erst entsteht. Aber Jacopo sollte sich auch bewusst sein, dass die Texas Traders hier sicherlich tätig sind. Der Aufbau einer zweiten Handelsgesellschaft, abgesehen von seiner jetzigen in Las Vegas, würde extrem schwer werden. Allerdings wäre es wiederum eher realistisch, wenn er hier schon mal Kontakte knüpfen könnte - vielleicht nicht unbedingt für den Import, aber doch zumindest für den Export aufgrund der Nähe zur Texanischen Konföderation.
Während der walrossartige Italiener zwischen den Zelten umherschlendert, muss er feststellen, dass hier zur späten Uhrzeit noch verhältnismäßig viel los ist. Dies ist allerdings nicht allzu überraschend, denn die Nächte im Ödland sind oft angenehmer als die Tage - wenn man nicht gerade von einer Horde Vipers hinterrücks überfallen wird versteht sich. So weht der erfrischende Wind New Mexicos um seinen extravaganten Bart und eventuell sogar der ominöse Hauch der Zivilisation.

Jacopo fragt ein paar der Bewohner, die an einer brennenden Mülltonne stehen. Die Leute sind erst irritiert, ob der Aufmerksamkeit, welche ihm ein so gut situierter Kerl wie der Italiener schenkt. Er erfährt von einer Bar in der Nähe der Garnison, in der gerade viel los sein soll. Zuletzt fragen sie den Händler noch danach, ob der Anzug jetzt weiß oder gräulich braun ist - der Dreck darauf scheint unübersehbar. Mit Depressionen im Hinterkopf, welche seine Denkfähigkeit belasten, macht er sich sogleich auf den Weg zur genannten Kneipe.
Je tiefer er in das Camp eindringt, desto besser scheint es den Leuten zu gehen. Vereinzelt sieht er bereits festere Häuser. Dazu gehört offenbar unter anderem die Kneipe, über deren Tür "Sidewinder Bar" in teils blinkender, zusammengewürfelter Schrift prangert. Am Rande des Gebäudes stehen zwei Leute und pissen gegen das Gebäude, das zur einen Hälfte aus Backsteinen und zur anderen aus Schrott sowie einem Wellblechdach besteht. Sie beachten den Mann mit dem Walrossbart nicht.

Der stämmige Nachkriegsitaliener betritt die geschäftige Bar, wobei er fast von einem betrunkenen Ödländer umgerannt worden wäre, der seinen Anzug womöglich noch mehr verdreckt hätte - einige Sekunden danach hört er hinter sich noch ein Kotzgeräusch, bevor die Türe wieder zufällt. Drinnen steigt ihm sofort der Geruch von gebratener Ratte, gemischt mit Schweiß in die Nase. Außerdem fällt ihm als Zweites die rothaarige Bedienung mit dem prallen Hintern auf. Die Kneipe selber scheint jedoch einem Wirt zu gehören, welcher gerade am Tresen der Bar mit verschiedenen Flaschen hantiert, während er gleichzeitig die dort sitzenden Texas Ranger bei Laune hält. Trotz allem zieht er sofort die Aufmerksamkeit der halben Kneipe auf sich, denn einen walrossartigen Italiener im weißen (verdreckten) Anzug sehen die Bewohner von Fort Davis wohl nicht alle Tage. Er kann sich jetzt aussuchen, ob er lieber die Bar aufsucht oder einen der freien Tische am Rande des Geschehens besetzt.
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#4
Als Jacopo bemerkt wie verschmutzt er ist, versetzt Ihm dies einen starken Stich. Er fühlt sich dreckig...beschmutzt und minderwertig. So verliert sich Jacopo kurzzeitig in seine depressiven Gedanken. Jedoch versucht er die Richtung zu halten, auf die ihn die Bewohner aufmerksam gemacht haben. Ehe er es sich versieht, hat er seine depressionen vorerst überwunden und findet sich in einer wohl mehr befestigten Gegend wieder. Hier gefällt es dem Italiener schon besser...er hat nicht vor so wie der Pöbel zu enden! Er bemerkt die beiden pissenden Gestalten vor der Bar und rümpft die Nase, während er seine Krawatte zurrecht rückt. Man könnte dies als einen kleinen Tick von ihm bezeichnen. Dann betritt er die Bar! Ein im wahrsten Sinne des Wortes "DRECKIGER" Ödländer hätte ihn fast umgerannt, doch er kann diesem zum Glück entgehen. Die Würggeräusche wiedern den Italiener an...doch für solche Gedanken ist nun keine Zeit. Er lässt den Blick durch die Bar schweifen...und bemerkt...dass er wohl wie ein bunter Hund auffallen muss. Dies war Jacopo jedoch gewohnt, denn so ging es ihm überall, da er im Gegensatz zu vielen anderen mehr auf sein äußeres achtete. Kurz rümpft er die Nase bei dem Geruch, doch gewöhnt er sich bald an diesen. Dann fällt ihm auch schon der süße Hintern der Bedienung ins Auge. Nach so viel Stress konnte er sich doch sicherlich noch einen kleinen "Snack" gönnen. Doch Jacopos divise lautet "Erst die Arbeit dann das Vergnügen". Jacopo entschließt dass seine Chancen auf Informationen steigen, wenn er zur Bar geht. Doch könnte er mit der rothaarigen Bedinung eher ins Gespräch kommen, wenn er einen der freien Tische wählt. Er wägt seine Möglichkeiten ab und entschließt sich letzendlich für dne freien Tisch. Jacopo konnte hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Durch seinen Zugang zum weiblichen Geschlecht könnte er sicher schnell ins Gespräch mit der Dame kommen. Ebenso hatte sie als gutaussehende Kellnerin sicher das meiste an Gerüchten in dieser Bar aufgeschnappt, da Leute besoffen sehr gesprächig wurden. Er lässt sich also nieder und wartet auf die Kelnerin. Er muss zugeben dass ein Stück Ratte gerade sicher auch das Loch in seinen MAgen füllen könnte. Er lehnt seinen Gehstock neben sich an den Tisch.
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#5
Und die Bedienung lässt nicht lange auf sich warten. Mit einem erfrischenden Schwung begibt diese sich zu Jacopos Tisch. "Na was haben wir denn hier für eine Schönheit, ein wahrer Paradiesvogel unter den Ödländern!", schallt die raue Whiskey-Stimme der Rothaarigen gen Italiener. Die Kellnerin ist vielleicht höchstens 30 Jahre alt, aber immer noch in Schuss als wäre sie 20. Wahrscheinlich hält sie die viele Bewegung bei der Arbeit fit, denn Jacopo kann sich aufgrund ihrer Tonlage gut vorstellen, dass sie nie etwas anderes gearbeitet hat. Dann fragt sie ganz ironielos und unverblümt: "Hat der feine Herr denn Durst oder Hunger?" Während sie auf eine Antwort wartet, bemerkt der walrossartige Händler einen nicht gerade schäbig gekleideten Mann, welcher sich in den letzten Minuten ab und zu in seine Richtung gedreht hat. Auf der Entfernung kann Jacopo jedoch nicht genau wahrnehmen, um wen es sich handelt, zumal er vermutlich davon ausgehen kann, hier im mehr oder weniger texanischen Gebiet niemanden zu kennen.
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#6
Jacopo lächelt, ob der erfrischenden Haltung der Kellnerin. Endlich ist er wieder in der "Zivilisation", was eher seiner Welt entspricht. Die letzten 24 Stunden waren für den Händler die pure Hölle. Diese Bar am Ende der Welt ist für ihn wie balsam. "Glauben Sie mir, die schöne Aussicht wird hier mir geboten!", sagt er verführerisch und lässt das unterschwellige Kompliment kurz nachklingen. Bardamen und Kellnerinen haben es dem Italiener schon immer angetan. "Mir wäre tatsächlich nach einem saftigen Stück der Ratte dort drüben und ein Glas mit starkem Wiskey.", Jacobo fällt noch während er spricht der Mann ins Auge der immer wieder zu ihm blickt. Er sorgt dafür dass sich die Blicke von ihm und dem Mann treffen. Er wendet sich wieder zur Kellnerin. "Aber ich scheine nicht der einzige hier zu sein der auf sein Äußeres achtet, der Mann dort drüben sieht auch nicht gerade wie ein Bettler aus...", sagt er mit einem nicken zu dem Mann hin, in der Hoffnung auf ein paar Informationen über ihn.
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