Kapitel 6: Verbrannte Erde
#21
Die Beine des Samurais sind schwer wie Blei, er kommt kaum voran, fühlt sich fast schon wie paralysiert. "Du? Aber wie willst du das machen... wenn du hier bist!? Wo und vor allem wann willst du mich fertigstellen!? Antworte!", hallt das Echo mit Nachdruck aus den Tiefen der Schatten empor direkt an Jizais Ohr. Sein Vater nimmt das Nagato und verschwindet erneut zum Schmiedefeuer, jener wirkt auf einmal unglaublich weit weg. Und je näher der Krieger versucht heranzukommen, desto größer wird die Distanz zwischen ihm und der mystischen Schmiede seines Meisters. Gleichzeitig steig ihm der Geruch von Salpeter, Asche und verbranntem Holz in die Nase, was ihn unweigerlich an die Ereignisse in der Miene erinnert. Plötzlich ist ihm auch gar nicht mehr kalt, sondern brennend heiß, heißer als vor jedem Schmiedefeuer, vor dem er je stand, heißer als überhaupt jemals zuvor!
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#22
Jizai wird plötzlich weiter vom Geschehen weggetriegen, doch NEIN, er will diesen Ort nicht verlassen bis er seine Intensionen klargestellt hat! Doch je mehr der Japaner kämpft, desto weiter entfernt er sich von der Klinge. Die plötzliche Hitze umfängt ihn wie ein brennendes Inferno...und ihm wird klar, dass sein Körper wohl in einem solchen liegen musste! Jizai öffnete den Mund, den stechenden Blick auf seinen Vater gerichtet und auf das verfluchte Schwert! "Nagato! Leihe mir deine Kraft um erneut in die Schlacht zu ziehen! Ich werde aus diesem Ort entfliehen und...", Jizai wählt seine Worte nun mit Bedacht und Entschlossenheit! Sogleich beendet er seinen Ausruf mit einem Versprechen...das nun tief in seiner Seele lodert! "Deine Schneide möge geschliffen werden, an den Knochen meiner Feinde! Möge das Blut derer, die sich mir oder meinem Waffenbruder Shi'rûk in den Weg stellen das Schmiedefeuer sein in dem du gehärtet wirst! Möge mein Schmiedehammer dir den letzten Schliff und meine Signatur einprägen...stolz...soll meine Seele und mein Name die Klinge zieren die ich fertig stellen werde!", das Japanisch fließt nur so aus Jizai herraus...wie ein Schwur...ein unbrechbarer Schwur! Dann zwingt sich Jizai ins Diesseits zurückzukehren um erst Shi'rûk bei seinem Vorhaben zu unterstützen...dann die Schmiedegilde zu übernehmen...und schließlich das Nagato fertig zu stellen!
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#23
"Du musst, denn so schnell finde ich niemand anderes, der mich nährt... immer weiter nährt und stärker... stärker... viel stärker machen wird!", hallt das dunkle Echo allumfassend durch die brennende Schattenlandschaft, die sich langsam aber sicher beginnt zu lichten. Plötzlich verschwindet die stechende Hitze und weicht einer bedrückenden Kälte. Er fühlt sich wie einem Fluss, dem er jedoch ausgeliefert zu sein scheint. Jizai glaubt wenig später, dass er die Augen offen hat, doch ist nach wie vor alles schwarz wie die tiefste Nacht dunkel. Ob er sich im Diesseits befindet ist fraglich. Vielleicht ist der Schwur auf das Nagato schon der Prolog zum Himmel gewesen? Dann, eine Leere erfüllt unweigerlich sein Inneres. Er spürt, dass ihm etwas fehlt, etwas sehr Wichtiges... um weiter überleben zu können; so als hätte man dem Schmied die Luft zum Atmen geraubt!


OT: Mali-Parade --> -1 ST, -1 AU, -1 WA, -1 CH, -1 IN, -2 BE, -2 GL, -3 MR
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#24
Die letzten Worte des Nagatos noch im Kopf hallend. Plötzlich wird die Hitze zu einer unerträglichen Kälte. Der ganze Körper des Japaners brennt unter dem plötzlichen Sinneswechsel. Es fühlt sich fast so an als wäre er in einem Fluss....einem endlosen Fluss dem er nicht entfliehen kann. So treibt der Körper von Jizai dahin...und er fragt sich ob er wohl bereits in das Reich der Toten eintritt. War dies das Ende seiner langen Reise? Ist sein Schwur etwa schon gebrochen bevor er jemals wieder einen Hammer in den Händen halten konnte? Irgendetwas scheint ihm zu fehlen...er fühlt sich unkomplett und versucht sich zu errinern was er braucht um weiter zu leben. Und dann trifft es ihn wie ein Schlag! Er fühlt sich als würde er sich im Wasser befinden! Einer eingebung folgend wird ihm klar, dass ihm tatsächlich der Sauerstoff fehlt. Er versucht seine trägen Glieder zu lokalisieren und sich zu orientieren damit er an die Wasseroberfläche schwimmen kann. Sein überlebenstrieb setzt ein. Trotz der Panik die ihn kurz umgeben hat versucht er kühlen Kopf zu bewahren und einen ausweg zu suchen. Er versucht also an die Oberfläche des Flusses zu schwimmen. Er versucht seine Augen zu öffnen um mehr zu sehen, falls er dies nicht wirklich schon getan hat.
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#25
Mit einem Mal wird Jizai aus dem Fluss gerissen. Er ist ganz nass, so als hätte ihn jemand mit Wasser übergossen. Auf ihm liegt eine Decke, aus der er sich zunächst befreien muss. Und dunkel ist es immer noch... aber diese Dunkelheit ist anders. "Freund... du noch leben! Dank den Sternen!", hallt Shi´rûks Stimme durch das klamme Schwarz, das ihn umgibt. Der fast verblasste Geruch von Fleisch umschmeichelt seine Nase. "Oh, Entschuldigung. Ich vergessen... Helröm... Helromier blind bei Nacht." Eine Fackel erhellt den Raum, wodurch der Ginji sieht, wo er sich eigentlich momentan befindet: Scheinbar in einer Art Räucherkeller, wenn er das richtig deutet. Erst jetzt wird ihm jedoch klar, dass ihm sein Nagato abhanden gekommen ist! Es ist weder bei ihm, noch neben ihm oder bei der Goldechse aufzufinden. Die Sinne des Schmieds sind schlagartig wie benebelt, sein Körper fühlt sich ungewohnt schlapp an und eine schleichende Depression kriecht ihm von den Nackenhaaren ausgehend direkt in den Kopf. Selten hat sich Jizai derart schwach sowie hilflos gefühlt...
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#26
Jizai erwacht in völliger Dunkelheit. Er hört eine Stimme...doch kann sie zuerst nicht zuordnen. Dann trifft es ihn jedoch wie ein Schlag. Er setzt sich schlagartig auf und befreit sich aus der Decke."Shi'rûk mein Freund! Bist du das?!", frägt er überrascht. Dann überkommt im eine wohlige Freude. Seinem Freund ging es gut und er war am Leben. "Ich bin so froh dich zu sehen Shi'rûk!", sagt er erleichtert und blickt die Echse an als diese Licht macht. Kurz sieht sich Jizai um und fragt wo sie sich befinden. Dann sieht er sich nach seinen Waffen um...er kann alles finden...außer das Nagato. Ein Schock durchfährt den Körper, entsetzt blickt er sich um ob das Schwert auch wirklich nicht auffindbar ist! "Das Schwert....wo...wo ist das Nagato?? Was...ist passiert?", frägt Jizai während er mit beiden Händen nach den Schultern der Goldechse greift und diese direkt ansieht.
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#27
Shi´rûk hat scheinbar nicht damit gerechnet, dass sich Jizai so schnell erholen wird. Er ist erstmal erstaunt, dass dieser sich so sehr um die Klinge sorgt statt mehr um sich selbst. "Dein Schwert? Ich dich so gefunden. Vorher plötzlich Bumm! Dann Feuer in Wald. Bin zurück, du aber bewusstlos. Schnell ganze Wasser über Körper, damit keiner verbrennt. Zu Dorf von Gull geschleppt. Danach Decke drüber. Nun in Keller von mein Haus als Schutz vor Flammen." Erst jetzt dürfte dem Ginji auch die Platzwunde an seinem Kopf auffallen, welche ihn in keinen minder besseren Zustand versetzt; ein Schwindelanfall jagt den nächsten, seit er sich so rasch erhoben hat. Kurz muss die Goldechse ihn stützen, damit er nicht die Balance verliert. "Jizai, lieber ausruhen in Keller, oben heiß und gefährlich. Übrigens Mädchen Kiera nicht gesehen vorhin, vielleicht tot?", fragt sich Shi´rûk zuletzt.
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#28
Aller Mut verlässt Jizai als er erfährt, dass das Schwert wohl nicht gefunden wurde. Die neu entdeckte Platzwunde am Kopf macht die Situation nicht besser...Jizai kann einen Würgeanfall nur knapp zurückhalten. Er bedankt sich bei Shi'rûk für die Hilfe und schüttelt den Kopf...er wird sich später noch um das Schwert Gedanken machen müssen. "Ich stehe tief in deiner Schuld mein Freund...erneut hast du mein Leben gerettet!". Der Himmelsstahl würde ein Inferno sicherlich überstehen. Zumal Jizai nicht weiß wie schlecht die Situation oben ist. Der Schwindel raubt dem Samurai fast alle Sinne, doch versucht er als Harter Hund standhaft zu bleiben. Er wendet sich der Goldechse zu als er von Kiera spricht. Ein Schmerz im inneren des Samurai macht sich breit...hatte er diese kleine Diebin doch wissentlich ins Verderben geschickt. Wäre sie doch nur bei ihnen geblieben. "Ich hoffe dass sie überlebt hat. Wir sollten nach ihr sehen wenn die Situation weniger gefährlich ist und ich mich etwas erhohlt habe. Wie ist die Situation an der Oberfläche? Was hast du bisher über den Wald erfahren...und was ist mit deinem Heimatdorf? Sind hier noch andere deiner Art zu finden?", wieder versetzt die Situation Jizai einen Stich und der Schwindel packt ihn. Hoffentlich hatte seine Aktion nicht das Leben von Shi'rûks Kammeraden gekostet!
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#29
"Du mich aus Golem-Magen gerettet, Shi´rûk vergisst nie! Und du geholfen und sogar hierher mitgekommen." Im Zwielicht der Fackel kann der rote Samurai dann sowas wie ein Echsenlächeln wahrnehmen. "Jizai jetzt erstmal ausruhen, bis Feuersturm vorüber. Außerdem verletzt, schau auf Kopf..." Er zeigt auf die Platzwunde. "Trotzdem noch nie wegen Schmerz geschrien, erstaunlicher Krieger du sein!"
Dann verfinstert sich die freudige Miene der Goldechse jedoch, als sie weiterspricht: "Wald ausgestorben, tot und ohne Leben, nicht nur außen... auch innen! Dorf weg, zerstört... oben nix mehr, was man niederbrennen kann. Schon alles kaputt... auch paar Skelette gefunden... ich zu spät, ich haben versagt..." Shi´rûk senkt den Kopf, seine Augen sind leicht glasig, soweit sich dies bei den schwachen Lichtverhältnissen beurteilen lässt.
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#30
Jizai schwankt nocheinmal und sieht letztendlich ein, dass Shi'rûk wohl recht hat. Ersteinmal musste sich der Krieger erhohlen...zumal das Inferno sicher nicht leicht zu überwinden war. Mit etwas Glück, würde das Feuer dort oben bald kein Futter mehr finden. Wenn man Shi'rûk glauben schenken kann, gibt es dort oben sowieso nichtmehr viel brennbares außer den überresten des Waldes. Er entschließt die Salbe aus seinem Gepäck über seine Wunde zu streichen um diese zu desinfizieren. Wer weiß wieviel Dreck in die Wunde gekommen sein mag, während Shi'rûk ihn über den Boden geschliffen hatte. Ebenso nutzt er seinen grünen Reif um die Wunde zu versorgen. Dann lässt er sich im Seiza nieder und wendet sich zu seinem Gefährten. "Dein Lob ehrt mich Freund! Und es erfüllt mich mit Trauer, soetwas über dein Zuhause zu hören. Bitte erzähl mir mehr...hast du Hinweise gefunden, wer diese Zerstörung angerichtet haben könnte? Wer hat den Wald angegriffen?", er will die Echse nicht verletzen und das wird ihm nun wieder klar ob seiner Neugierde. "Doch wenn du Zeit benötigst, hat das auch noch später Zeit...ich wollte dich nicht zu sehr Drängen diese Erlebnisse nocheinmal in dein Gedächtniss zu rufen...", sagt Jizai und beginnt kurz zu zucken. Seit das Nagato nichtmehr bei ihm ist, fühlt es sich so an als würde ein schwarzer Schatten immer würde über seinen Nacken streichen. Als würde dieses Wesen seinen Verlust belustigt hinnehmen und langam zusehen wollen wie der Japaner zugrunde geht.
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#31
Jizai behandelt seine Wunde am Kopf soweit, dass das Schwindelgefühl endlich nachlässt. Von Minute zu Minute bekommt er daraufhin wieder einen klareren Kopf, wobei es immer noch so ist, als würde seit dem Verlust des Nagatos, neben dem schwarzen Schatten in seinem Nacken, noch ein Schleier vor seinem Geist hängen.
Shi´rûk schnieft einmal kurz und nimmt dann seine gewohnte Haltung ein. "Du mitgekommen, du haben Recht zu wissen: Zerstörung nur von Shed-Cron kommen kann. Nathi nicht so kämpfen, zu viel verbrannte Erde. Cron angekündigt Stamm zu vernichten, Cron Stamm dann auch vernichtet. Gull haben verloren..." Er geht in die Hocke, auf Höhe des Ginjis. "Yuja ohnehin nicht geholfen hätten bei Kampf, Plan von Stamm vergeblich mich zu schicken. Wahrscheinlich wir alle Schuld... haben uns auf altes Volk verlassen statt nur auf Nathi. Nur Frage der Zeit bis auch letzter Nathi tot oder versklavt von bösem Himmelsvolk..." Die Goldechse ballt ihre Hand verärgert zu einer Faust. "Trotzdem wühlen mich eine Sache sehr auf... konnte nicht im Kampf mit Gull-Brüder Seite an Seite sterben..." Dann schlägt sie mit der Faust frontal wuchtig gegen den Boden. "Wollte kämpfen bis zur letzten Pfeilspitze, Shi´rûk erst mit letztem Hieb aufgegeben hätte..."
Nun erhebt sich Shi´rûk wieder und seufzt, er greift das Amulett, um klarer zu Jizai sprechen zu können: "Der Stamm der Gull ist fort, meine Frauen sowie Kinder und Kindeskinder vermutlich tot, der knorrige Wald niedergebrannt. Das ist das erste Mal nach 72 Zyklen meines Lebens, dass ich keine Aufgabe mehr habe. Was soll ich jetzt machen, Jizai?", fragt der Shed-Nathi und schüttelt den Kopf mehr als ratlos.
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#32
Obgleich den Samurai die Trauer überkommt als er die Ausführungen von Shi'rûk hört, mischt sich dennoch eine spuhr Faszination unter seine Gefühle. Die Cron...das Himmelsvolk, er fragt sich was für unglaubliche Krieger dieser Stamm hervorgebracht hat. Doch lässt er sich davon nichts anmerken. Tatsächlich scheint die vorgehensweise der Nathi sehr gewagt gewesen zu sein, hatten sie doch auf die Hilfe eines Volkes gezählt, dass sich schon lange unter der Erde versteckt. Jizai ist sich jedoch sicher, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis auch die Yuja für ihre unterlassene Hilfeleistung büßen mussten. Als sein Gefährte zuende gesprochen hatte, ist Jizai kurz still um seine Worte zu bedenken. Er weiß zwar nicht, wie lange 72 Zyklen waren, doch scheint die Echse in die größte Kriese seines bisherigen Lebens gestoßen worden zu sein. "Sich über vergangenes den Kopf zu zerbrechen...und alte Entscheidungen anzuzweifeln führt meist nur zu Kraftlosigkeit und Erschöpfung. Dass du nicht in der Schlacht gefallen bist ist vielleicht der Wille der Sterne....vielleicht bist du der eine der die Welt von der Geißel der Cron befreien kann.", sagt Jizai, der schon öfter gehört hat wie Shi'rûk vom "Willen der Sterne" sprach. Er vergleicht diese Aussage mit einer art Gott der Nathi und hofft das Shi'rûk versteht was Jizai ihm sagen will. "Ich bete zu allen mir bekannten Göttern, dass seine Familie heute nicht starb und entkommen konnte.", sein mitfühlender Blick ruht auf der Echse, ehe er zu seiner letzen Ausführung kommt. "Eines ist klar...heute wurde dir das wichtigste genommen, dass du besitzt. Doch bist du nicht in erster Linie losgezogen um dein Volk zu beschützen? Deine Aufgabe ist klar mein Freund, du wirst den rest der Nathi vereinen und einen Weg suchen die Cron auszulöschen. Dir soll gewiss sein, dass du meine volle Unterstützung haben wirst! ICh werde nicht ruhen bis euer Volk wieder in Frieden leben kann!", Jizai weiß was er hier sagt...er muss wohl seinen Hass gegen die Echsen ablegen...wenn er Shi'rûk volle Unterstüztung zusichern will!
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